Der Vierwaldstättersee
Das Herz der Zentralschweiz
Fjordartige Buchten, markante Gipfel und geschichtsträchtige Uferorte prägen den Vierwaldstättersee. Zwischen Luzern, Rigi, Pilatus und dem Urnersee entfaltet sich eine Landschaft, die überrascht, abwechslungsreich, kraftvoll und einzigartig in der Schweiz. Wer hier unterwegs ist, erlebt Natur, Geschichte und Panorama in einer perfekten Rundreise.

Der See in Zahlen
Der Vierwaldstättersee gehört zu den eindrucksvollsten Seen der Schweiz – nicht nur wegen seiner Grösse, sondern vor allem wegen seiner Form und Lage.
- Fläche: 114 km²
- Uferlänge: 130 km
- Wassererneuerungszeit: 3.4 Jahre
- Mittlere Seetiefe: 117 m
- Tiefste Stelle: 214 m (Gersauer Becken)
- Liegt auf 433 m ü. M.
- Trophie: Nährstoffarm (Oligotroph)
- Aktuell gibt es 31 Schiffsstationen

Ein See im natürlichen Gleichgewicht
Der Vierwaldstättersee ist von Natur aus nährstoffarm. Der Grund dazu liegt in der Struktur und Nutzung seines Einzugsgebietes, seiner speziellen Form sowie den Ufer- und Tiefenverhältnissen. Während der meisten Zeit des Jahres ist der See geschichtet: leichteres, wärmeres Wasser schwimmt an der Oberfläche auf schwererem, kälterem Tiefenwasser. Im Winter wird der See bei tiefen Wassertemperaturen um 4°C völlig durchmischt, wobei Wind das Wasser zum Zirkulieren bringt. Dadurch werden Tiefenwasser und Seegrund wieder mit Sauerstoff versorgt.

Besonderheit Unterwasserfälle
Durch den Föhn und den Reusszufluss sind die Tiefenbereiche im Urnersee besser belüftet und wärmer als im Gersauer Becken. Dieser Temperaturunterschied treibt die Wassermassen in riesigen Wasserfällen vom Gersauer ins Urner Becken. Ähnliche Tiefenwasserströmungen gibt es auch vom Alpnachersee über den Kreuztrichter und das Vitznauer Becken in das Gersauer Becken. Das Wasser fliesst dort in Grundnähe entgegengesetzt zur Oberflächenströmung
Wussten Sie...
..,dass der Vierwaldstättersee seinen Namen den «vier Waldstätten» verdankt?
Der Name geht auf die historischen Waldstätten Unterwalden, Schwyz, Uri und Luzern zurück, die den See umgeben und seine Geschichte bis heute prägen.
..,dass auf dem Vierwaldstättersee Tsunamis wüteten?
1601 entstanden nach einem Erdbeben Tsunamis im Vierwaldstättersee, mit vermutlich bis zu 4 Meter hohen Wellen. Im Jahr 1687 soll ein weiteres solches Ereignis stattgefunden haben.
..,dass der See eine bedeutende Verkehrsachse war?
Der Vierwaldstättersee war in der Vergangenheit eine wichtige Verkehrsachse und bis 1863 war der See gar die einzige Handelsverbindung zum Gotthardpass.
..,dass auch andere Gewässer Vierwaldstättersee genannt werden?
Wegen seiner Form wird der Jacobiweiher im Stadtwald von Frankfurt am Main im Volksmund Vierwaldstättersee genannt. Auch ein künstlich angelegter See im Zoo Berlin wird aus demselben Grund Vierwaldstättersee genannt.
..,dass der Vierwaldstättersee ein Erbe der letzten Eiszeit ist?
Vor rund 12'000 Jahren entstand der See als Gletscherrandsee am Ende der Eiszeit. Schmelzende Gletscher formten dabei die fjordartige Landschaft, die den Vierwaldstättersee bis heute so einzigartig macht.

Zuflüsse, Delta und Abfluss der Reuss
Die Reuss bei Flüelen und Seedorf, die Sarner Aa bei Alpnachstad, die Engelberger Aa bei Buochs sowie die Muota bei Brunnen zählen zu den wichtigsten Zuflüssen des Vierwaldstättersees. Besonders die Reuss, die mit starkem Gefälle aus dem Gotthardmassiv herabfliesst, transportiert grosse Mengen an Geschiebe. Dadurch hat sich das Reussdelta im Laufe der Zeit rund zehn Kilometer nach Norden in den Urnersee vorgeschoben.
Einen einzigen Abfluss gibt es ebenfalls: die Reuss. Sie verlässt den Vierwaldstättersee in Luzern – reguliert durch ein Wehr.

Seebecken & Buchten
- Urner Seebecken
- Gersauer Becken
- Der Chrüztrichter (Kreuztrichter) bildet im Westen des Weggiser Beckens das eigentliche Zentrum des nördlichen Seeteils
- Das Weggiserbecken (östlicher Arm des Kreuztrichters), wird auch Vitznauerbecken genannt
- Der Stanser Trichter
- Die Horwerbucht
- Der Alpnachersee
- Der Küssnachtersee
- Die Luzerner Bucht
